Eine gute Websitestruktur macht deutlich, wo jemand gerade ist und wo die passende Antwort liegt. Beginne dafür mit den Aufgaben deiner Besucher. Eine lange Liste möglicher Suchbegriffe ist noch kein sinnvoller Seitenplan.
Schreibe die wichtigsten Besucherfragen auf
Stell dir eine Person vor, die dich noch nicht kennt. Was muss sie verstehen, bevor sie den nächsten Schritt machen kann? Bei einem kleinen Webdienstleister könnten das diese Fragen sein: Welche Arbeiten übernimmst du? Für wen passt dein Angebot? Wie läuft die Zusammenarbeit ab? Wie kann ich eine Anfrage stellen?
Formuliere die Fragen in normaler Sprache. „Kannst du meine bestehende Website verbessern?“ ist als Ausgangspunkt brauchbarer als eine abstrakte Kategorie wie „Solutions“. Welche Wörter später in der Navigation stehen, hängt von deiner Zielgruppe ab.
Gib jeder Seite eine klare Aufgabe
Skizziere für das Beispiel eine Startseite, eine Seite zu Website-Optimierung, eine Auswahl eigener Arbeiten und einen Kontaktweg. Die Startseite erklärt das Angebot im Überblick. Die Leistungsseite zeigt, welche Probleme bearbeitet werden und wie die Zusammenarbeit beginnt. Referenzen liefern nachvollziehbare Beispiele.
Eine separate Seite lohnt sich, wenn sie eine eigenständige Frage ausreichend beantwortet. Ein kurzer Absatz zu einem eng verbundenen Teilaspekt kann dagegen auf derselben Seite bleiben. Erzeuge nicht für jede kleine Wortvariante eine fast identische Seite.
Benenne Wege so, dass sie ohne Rätsel funktionieren
Prüfe jeden Menüpunkt: Kann jemand vor dem Klicken einschätzen, was dahinter liegt? „Website-Optimierung“ benennt ein Angebot konkreter als „Mehr Möglichkeiten“. Kreative Sprache kann Persönlichkeit zeigen, sollte aber den Weg zur Information nicht verdecken.
Dasselbe gilt für Links im Text. „So läuft die Zusammenarbeit ab“ hilft bei der Orientierung stärker als ein alleinstehendes „Hier klicken“. Verbinde inhaltlich passende Seiten und vermeide Sackgassen. Nicht jeder Absatz benötigt dafür einen Link.
Mache die vorhandenen Inhalte verständlich
Nutze einen aussagekräftigen Seitentitel und Überschriften, die den tatsächlichen Inhalt beschreiben. Halte wichtige Seiten über normale, crawlbare Links erreichbar. Eine Sitemap kann die Entdeckung unterstützen, ersetzt aber keine nachvollziehbare interne Verlinkung.
Eine übersichtliche Struktur garantiert keine bestimmte Position in Google. Sie hilft zunächst Menschen und Suchmaschinen, deine Inhalte einzuordnen. Ob eine Seite die gesuchte Antwort gut liefert, bleibt entscheidend. Sammle nach dem Start reale Suchanfragen und Rückmeldungen, statt eine vermeintlich perfekte Struktur für immer festzuschreiben.
Probiere den Plan mit einer anderen Person aus
Zeige nur die Seitennamen und gib eine konkrete Aufgabe: „Du hast eine langsame Website und möchtest wissen, ob du hier Hilfe bekommst.“ Lass die Person laut erklären, wo sie anfangen würde. Hilf nicht sofort nach.
Notiere, welche Bezeichnung verwirrt und welche Information fehlt. Ein einzelner Versuch ist noch keine umfassende Nutzerstudie, deckt aber oft offensichtliche Unklarheiten auf. Wiederhole ihn nach einer Änderung mit einer anderen Person.
Ein brauchbarer Seitenplan passt auf eine kleine Liste.Notiere je Seite die Besucherfrage, die zentrale Antwort und den nächsten sinnvollen Link. Wenn du die Unterschiede zwischen zwei Seiten nicht erklären kannst, prüfe, ob eine gemeinsame Seite verständlicher wäre.
Für die technische Seite kannst du anschließend die Ladezeit deiner Website untersuchen. Wenn du Unterstützung bei Struktur oder Umsetzung möchtest: Kevin betreibt auch VollmerIT.
Quellen & Einordnung
- Google Search Central: SEO-Startleitfaden
- Google Search Central: Crawlbare Links und verständliche Linktexte
Redaktioneller Ratgeber. Kein eigener Produkttest.